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Breitscheid Feldpostbriefe 18.3.1940 - 20.11.1943 Albert Gail vermisst beim Rückzug aus Rumänien 1944 Frankreich, den 1.6. 1940 Mein liebes Mariechen! Habe nun wieder etwas Zeit, Dir ein Brieflein zu schreiben. Hoffentlich hast Du die Briefe schon alle erhalten, die ich Dir von Frankreich geschrieben habe. Mein liebes Mariechen, ich mache mir jeden Tag Gedanken um Dich. Denn ich bekomme keine Post von Dir und auch nicht von zu Hause. Mein liebes Mariechen, jetzt noch etwas vom Krieg: Jeden Tag greifen uns feindliche Flugzeuge an und werfen schwere Bomben ab. Bis jetzt haben wir noch immer Glück gehabt, dass wir keine davon abbekommen haben. Und hoffe auch, dass ich weiterhin nichts davon abbekomme. Gott wird schon alles in seine Hand nehmen und mich behüten. Dass mir nichts passiert und darum müssen wir alle tun, was uns der liebe Gott befiehlt. Mein liebes Mariechen, jeden Tag das Gedonner der Kanonen und das Geknatter der Maschinengewehre. Da wird einem allzumal angst und bange um das Herz herum. Aber trotzdem lassen wir den Kopf nicht hängen. Denn der liebe Gott hilft uns doch, er ist jede Stunde und Minute bei uns. Mein liebes Mariechen, nun die Stadt wo wir in Feuerstellung sind heißt Amens, dass ist eine gefährliche Ecke. Das wirst Du wohl auch wissen. Du kannst ja mal Deinen Vater fragen, der wird es bestimmt wissen. Wenn Du die Heeresberichte vom 26.5., 27.5. und vom 28.5. noch hast, dann kannst Du sie mir ja mit einem Brief mitschicken. Ich will sie gerne mal lesen. Denn die Franzosen hatten am 27.5. einen Angriff auf unsere Infanterie gemacht. Wir haben sie mit unseren Geschützen wieder zurückgeschlagen. Und so haben wir dem Feind schwere Verluste beigebracht. In den nächsten Tagen war es ziemlich ruhig. Mein liebes Mariechen, sollt ich auch von einer Granate getroffen werden und nicht mehr in die Heimat zu Dir zurückkehren, dann hoffe ich, dass Du wieder einen guten Jungen bekommst, wie ich zu Dir bin. So lange wie ich aber noch am Leben bin, hoffe ich, dass Du keinen Jungen anfasst und treu bleibst. Mein liebes Mariechen, wir wollen hoffen, dass ich diesen Krieg gut überstehe. Will schließen in der Hoffnung, dass wir uns bald wieder zu Hause begrüßen dürfen. Sei darum recht herzlich gegrüßt von Deinem Dir ewig treu bleibendem Albert
Frankreich, den 15.6.1940 Mein liebes Mariechen! Nach langem warten bekam ich heute wieder zwei liebe Briefe von Dir. Mein liebes Mariechen, wie ich Dir ja gestern schon von Paris aus eine Karte geschrieben habe und heute sind wir schon wieder 30 bis 40 km hinter Paris. Dann kannst Du wohl denken, dass ich fast keine Zeit zum schreiben habe. Unsere 9. Div. hat in Paris den ersten Vorbeimarsch gemacht, darauf können wir stolz sein. Mein liebes Mariechen, jetzt dauert es nicht mehr lange, dann ist dieser Krieg mit Frankreich auch aus. Wir haben schon vieles erlebt und mitgemacht. Flieger haben uns mit Bomben beworfen und Artillerie hat uns beschossen, sodass wir jetzt 7 Tote und 3 Schwerverwundete haben. Sonst wüsste ich Dir nichts neues mehr zu schreiben. Sei nun recht herzlich gegrüßt von Deinem Dir ewig treu bleibendem Albert Russland, den 19.9.1941 Mein liebes Frauchen! Endlich nach langen warten erhielt ich gestern 6 liebe Briefe und 5 Päckchen von Dir. Die Pfeife und der Tabak hat mir sehr viel Spaß gemacht. Den Brief mit den Zigaretten habe ich auch noch nicht. Wenn der Krieg aus ist, denke ich dass wir dann nach Deutschland kommen, hoffentlich wird das was. Was gibt es denn sonst noch neues bei Euch? Wie Du mir in einem Brief schreibst, dass Wilhelm Georg seine Frau wieder bald etwas Kleines bekommt. Der hat es nun halt noch mal gekonnt. Wenn ich mal wieder Heim komme, denke ich doch, auch was fertig zu bekommen. Oder meinst Du es nicht auch? So will ich nun für heute schließen, weil ich Hermann noch einige Zeilen schreiben will. Sei nun herzlich gegrüßt und geküsst von Deinem lieben guten treuen Frauchen
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